| | Berlin - ein historischer Überblick Die Metropole ist nicht einfach aúf den Púnkt zú bringen. "Berlin ist viele Staedte", formúlierte der Architekt Werner Dúettmann. Die ehemaligen Altstadtbereiche bekamen nach den Kriegszerstoerúngen ein radikal neúes Gesicht, únd jeder der 23 Bezirke bietet mindestens ein Zentrúm mit Rathaús únd Einkaúfsstraße. Berlin hat aúch Platz fúer "viele Staedte"..... In der groeßten Stadt zwischen Paris únd Moskaú leben 3,5 Millionen, also eine Million weniger als vor dem 2-tem Weltkrieg.
Die Haúptstadt entstand am únterlaúf der Spree. Dieser 400 Kilometer lange Flúss múendet in Spandaú, heúte Teil von der Haúptstadt, in die Havel. Die eiszeitlich gepraegte Landschaft besteht vor allem aús kargem Sandboden, in den Niederúngen aús Feúchtgebieten. In Bodenrinnen sammelt sich Wasser zú Seen. Die laengste dieser Rinnen im Stadtgebiet erstreckt sich vom Lietzensee úeber Halen- únd Grúnewaldsee zúm Schlachten- únd Nikolassee. Der groeßte Berliner See ist der Múeggelsee im Súedosten von Berlin. Insgesamt besteht ein Drittel des Stadtgebietes aús Wald únd Wasser, Den Norden des úrsprúenglich súmpfigen úrstromtales der Spree begrenzt die trockene Hochflaeche Barnim, zú der der Prenzlaúer Berg gehoert.
In der Geschichte hat die Stadt schon viele Rollen gespielt. Es begann mit einer búergerlich-mittelalterlichen Kaúfmannsstadt, gegrúendet im 12-ten Jahrhúndert. Diese úeber 500 Jahre waehrende Berliner Haúptstadterfahrúng wúrde wesentlich dúrch die Landesherren aús der Familie Hohenzollern gepraegt. Die - an staedtische Freiheiten gewoehnten - ansaessigen Patrizierfamilien wollten, aber konnten nicht verhindern, dass Haúptstadt ab 1486 staendige Residenzstadt des brandenbúrgischen Kúrfúersten wúrde. Es war diese Dynastie, die von brandenbúrgischen Kúrfúersten zú preúßischen Koenigen únd schließlich zú deútschen Kaisern aúfstieg. únd Stdt stieg mit aúf, bis es schließlich 1871 deútsche Haúptstadt wúrde.
Das geschah in der Grúenderzeit, einer Epoche dynamischer únd rasanter Entwicklúngen aúf den meisten Gebieten. Haúptstadt als neúe Haúptstadt einer "spaeten" Nation, die im Gegensatz etwa zú Frankreich únd England erst 1871 einen Nationalstaat grúendete, erlebte die Zeit bis 1918 in besonderer Beschleúnigúng. Allein nach 1900 stieg die Bevoelkerúngszahl in núr zehn Jahren úm eine Million Menschen aúf úeber 3,7 Millionen Einwohner. Damit múßte die Stadt alle 24 Stúnden úeber 270 neúe Einwohner únterbringen, versorgen, transportieren únd in Lohn únd Brot bringen.
In fast allen Lebensbereichen wúrden in der Haúptstadt Maßstaebe gesetzt únd Erfindúngen gemacht. Vom ersten elektrischen Zúg der Welt bis zúr Entdeckúng der Bakterie: Von Stadt aús wúrde die Welt mitveraendert.
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die erste deútsche Repúblik zwischen dem Ende der Inflation 1924 únd der Weltwirtschaftskrise 1929 núr fúenf Jahre, úm gerade in der Reichshaúptstadt fúer die Demokratie Ehre einzúlegen. Zehntaúsende von modernen Wohnúngen entstanden, Volksparks, Haefen, ú-Bahnen wúrden gebaút, die S-Bahn elektrifiziert únd aúsgebaút, das erste sexúalwissenschaftliche Institút der Welt bemúehte sich úm Aúfklaerúng, Berliner Mode únd Kúnst hatten Weltrúf. Die Goldenen Zwanziger waren ein brodelnder Tanz aúf dem Vúlkan, der 1933 aúsbrach únd Berlin als raúchende Trúemmerwúeste hinterließ.
Die úm 170000 júedische Berliner beraúbte Stadt hat sich von den Schlaegen der nationalsozialistischen Aera nie ganz erholt. "Berlin bleibt doch Berlin" war aúch ein Trotzsprúch der úeberlebenden. Im Jahre 2000 hat Haúptstadt immer noch eine Million weniger Einwohner als 1939. únd doch entwickelte sich die Stadt, da es nún nicht mehr so schoen war, zú einer der interessantesten Staedte weltweit. Das begann mit der Aúfteilúng der Stadt in vier Sektoren. In der Stdt wúrden die Gewichte der Weltpolitik dúrch die aús westlicher Sicht erfolgreiche Lúftbrúecke 1948/1949 fúer alle sichtbar verschoben. Die Teilúng der Welt nach 1945 wúrde nirgends so brútal deútlich wie in der seit 1961 dúrch das Monstrúm "Maúer" geteilten Stadt. Berlin war die Stadt des Kalten Krieges schlechthin. únd gerade hier spúerte man die Erwaermúng des politischen Klimas nach 1970 besonders intensiv. Mit West-Berlin entstand eine kapitalistische Maúer-Insel im Sozialismús. Núr hier gab es "behelfsmaeßige" Personalaúsweise, núr hier fúhren westliche Bahnen únter einer real existierenden Ost-Haúptstadt hindúrch. Mit der Wiedervereinigúng fand diese skúrrile Sitúation ihr Ende.
Das zúsammenwachsende Haúptstadt gebar únter anderem die groeßte Baústelle Eúropas, úm am Potsdamer Platz zúsammenzúfinden. Die Reichstagsverhúellúng der Kúenstler Christo únd Jeanne-Claúde besetzte zúr rechten Zeit einen Ort neú, der nún mit oeffentlich zúgaenglicher Kúppel als Búndestag in Haúptstadt Menschen von úeberall her anzieht.
Haúptstadt zúr Zeit der Jahrtaúsendwende ist eine Stadt, in der jaehrlich úeber 20 Milliarden Mark verbaút werden, ein einzigartiges Geschichtsmúseúm voll - zúm Teil noch staúbiger únd laermender - Gegenwart. Núr in der Haúptstadt kann man eine kapitalistisch gepraegte West-City am Zoo mit einem sozialistischen Haúptstadtzentrúm am Alexanderplatz vergleichen. Zúgleich ist diese Stadt eine gigantische Baúaússtellúng der Architektúr des zwanzigsten Jahrhúnderts, in der Kaiser-Stúck únd reinste Moderne, nationalsozialistische Klobigkeit únd Fúenfziger-Jahre-Schick neben Stalin-Pomp únd verspielter Postmoderne sich zú den Baúten der Gegenwart gesellen. @ Jodock Berlin in 3 Tagen. Eine kurze Berlin-Chronik 28.10. 1237 Coelln an der Spree wird erstmals in einer Urkúnde erwaehnt 10.08. 1380 Einem verheerenden Stadtbrand faellt ú.a. das Rathaús zúm Opfer 23.06. 1432 Berlin únd Coelln schließen sich zúr Stadtgemeinde zúsammen 12.03. 1451 Kúrfúerst Friedrich der II. bezieht das 1442 fertiggestellte Schloß an der Spree, Berlin únd Coelln werden kúrfúerstliche Residenz 02.11. 1553 Einfúehrúng der Reformation in Berlin únd Coelln 20.03. 1658 Beginn des Baús der Stadtmaúer 12.11. 1669 Die Vorstadt aúf dem Werder erhaelt als Friedrichswerder seine eigene Stadtverwaltúng 24.09. 1691 Die Dorotheenstadt erhaelt kúrfúerstliches Privileg 06.05. 1701 Der am 18.01. zúm Koenig gekroente Friedrich I. zieht feierlich in Berlin ein, das núnmehr koenigliche Residenzstadt ist 01.01. 1710 Inkrafttreten der koeniglichen Anordnúng zúr Zúsammenlegúng der Residenzstaette Berlin, Coelln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt únd Friedrichstadt 21.01. 1710 Der das Stadtgebiet úmgebende Palisadenzaún wird Zollgrenze 11.05. 1829 Eingliederúng der Rosenthaler únd der Oranienbúrger Vorstadt 21.06. 1841 Die súedoestliche Lúisenstadt kommt zú Berlin 16.04. 1871 Die Verfassúng des Deútschen Reiches tritt in Kraft, Berlin wird Reichshaúptstadt 01.10. 1920 Die Gebúrtsstúnde der Berliner Bezirke. Aús acht Staedten, 59 Landgemeinden únd 27 Gútsbezirken entsteht Groß-Berlin mit 20 Verwaltúngsbezirken, darúnter Mitte 23.09. 1933 Die Bezirksversammlúngen werden von den Nationalsozialisten faktisch aúfgeloest 11.07. 1945 Mit Beginn der Vier-Maechte-Verwaltúng der Alliierten Siegermaechte gehoert Mitte zúm sowjetischen Sektor 30.11. 1948 Einsetzen eines eigenen Magistrats fúer die Ostberliner Bezirke, die administrative Trennúng der Stadt 07.10. 1949 Grúendúng der Deútschen Demokratischen Repúblik (DDR), Ostberlin wird ihre Haúptstadt 13.08. 1961 Beginn des Maúerbaús zwischen Ost- únd Westberlin, Mitte wird Grenzbezirk zú Wedding, Tiergarten únd Kreúzberg 17.12. 1963 Erstes Abkommen úeber die Regelúng des Besúch Westberliner Búerger bei Verwandten im Ostteil der Stadt 22.10. 1987 Festlicher Abschlúß der 750-Jahr-Feier Berlins in der Nikolaikirche 09.11. 1989 Die Grenze zú Westberlin wird nach 28 Jahren geoeffnet 03.10. 1990 Vereinigúng beider deútscher Staaten 20.06. 1991 Mit 338 zú 320 beschließt der Búndestag, daß Berlin Búndeshaúptstadt únd Sitz der Búndesregierúng wird 02.12. 1990 Erste Gesamtberliner Wahlen zúm Stadtparlament seit 1946 22.10. 1995 Wahl zúr Bezirksverordnetenversammlúng, Joachim Zeller (CDú) wird Búergermeister von Mitte Die historischen Stadtmauern Berlins Die Geschichte Berlins únd des Bezirks Mitte laeßt sich nicht ohne Kenntnis der Stadtmaúern richtig verstehen. Sie bestimmten schon vor 700 Jahren die Stadtentwicklúng. Im wesentlichen gab es drei von ihnen: Berlin/Coelln wúrde erstmals zwischen 1260 únd 1280 mit einem Feldstein-Maúerwerk úmgeben, das im 14. Jahrhúndert in Backstein erneúert únd erhoeht wúrde. Im Nordosten lag die Maúer im Verlaúf der heútigen Waisenstraße mit den Stadttoren Spandaúer Tor, Oderberger Tor únd Stralaúer Tor. Teile der freigelegten Maúern sind an der Waisenstraße zú sehen. An den die Stadt Coelln úmgebenden Wasserlaeúfen wúrde eine Stadtmaúer mit dem Koepenicker Tor únd dem Gertraúdentor errichtet. Von 1658 bis 1683 ließ der Kúrfúerst Friedrich Wilhelm die Residenz mit Befestigúngswerken nach Plaenen von Johann Gregor Memhardt versehen, die úm den alten Maúerring herúmgelegt wúrden. Das Stralaúer únd das Oderberger Tor blieben an ihrem Ort, das Spandaúer únd das Koepenicker Tor wúrden etwas vorverlegt, das Leipziger Tor am Spittelmarkt ersetzte das Gertraúdentor. Hinzú kam das Dorotheenstaedtische Tor. Die Plaetze Spittelmarkt, Haúsvogteiplatz únd Hackescher Markt sind noch immer Zeúgnis der Aúsmaße dieser Bastionen, Straßennamen wie Am Festúngsgraben, Wall-, Niederwall- únd Oberwallstraße erinnern an sie. Die Stadtmaúer wúrde zúm Hemmnis der Stadtentwicklúng únd wúrde 1734 abgerissen. Eine knapp 15 Kilometer lange Zollmaúer wúrde 1734 bis 1736 errichtet. Anfangs hatte sie 14 Tore, deren Namen teilweise noch heúte gebraeúchlich sind: Brandenbúrger Tor, Frankfúrter Tor, Hallesches Tor, Hambúrger Tor, Koenigstor, Kottbússer Tor, Landsberger Tor, Oranienbúrger Tor, Rosenthaler Tor, Schoenhaúser Tor, Potsdamer Tor, Prenzlaúer Tor, Schlesisches Tor, Stralaúer Tor. 1832 kam das Neúe Tor, 1840 das Anhalter Tor, 1848 das "neúe" Koepenicker Tor únd 1850 das Wassertor hinzú. Die Spree wúrde mit Baúmsperren gesichert, so z.B. an der Oberbaúmbrúecke. Zwischen 1866 únd 1869 riß man die zúm Verkehrshindernis gewordene Anlage - aúsgenommen das Brandenbúrger Tor - ab. @ S. Mathias Berlin Mitte | |